ESG-Kriterien bei Immobilien: Kostentreiber oder strategischer Werthebel?

ISM Absolventin veröffentlicht Masterarbeit in „Springer Best Masters“

München, 04.08.2026

Zahlen sich ESG-Maßnahmen bei Immobilien wirtschaftlich aus oder sind sie am Ende vor allem ein Kostentreiber? Mit dieser Frage befasst sich die Masterarbeit von ISM-Absolventin Nika Zora Sachs im Studiengang „Real Estate Management“ mit dem Titel „Modellierung des Zusammenhangs von ESG-Kriterien und ausgewählten Finanzkennzahlen - eine qualitative Studie.“ Sie veröffentlicht ihre Ergebnisse im Rahmen der Reihe „Springer Best Masters“.

 

„Inwiefern beeinflussen ESG-Maßnahmen bei Immobilien deren wirtschaftliche Performance, gemessen an wesentlichen finanziellen Kennzahlen? Ist ESG in der Folge lediglich ein Kostentreiber oder kann es auch als strategisches Instrument zur Wertsteigerung dienen?“ Diesen Fragen geht Frau Sachs in ihrer Masterarbeit nach. Dabei thematisiert sie das hoch aktuelle Spannungsfeld zwischen gesellschaftlich-regulatorischen Vorgaben und betriebswirtschaftlicher Realität. Der besondere Beitrag der Arbeit: Statt mit aggregierten ESG-Ratings zu arbeiten, entwickelt Frau Sachs ein eigenes Wirkungsmodell, das einzelne ESG-Maßnahmen den zentralen finanziellen Wirkdimensionen gegenüberstellt. So wird sichtbar, welche Maßnahmen auf welche Kennzahlen in welcher Stärke wirken.

Wovon hängt der wirtschaftliche Nutzen ab?
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine qualitative Studie auf Basis von Experteninterviews durchgeführt und diese mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Das zentrale Ergebnis: ESG wirkt nicht einheitlich. Maßnahmen im Bereich „Klimaschutz und Energie“ wirken sich kennzahlenübergreifend deutlich positiv auf die wirtschaftliche Performance von Immobilien aus. Die Bereiche „Ressourcen und Material“ sowie „Fläche und Biodiversität“ wirken dagegen nur auf die Betriebskennzahlen leicht positiv. Soziale und governancebezogene Maßnahmen zeigen eine schwächere, über die einzelnen Kennzahlen hinweg aber konsistent positive Wirkung.

„Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die finanzielle Wirkung von ESG-Maßnahmen maßgeblich vom jeweiligen Maßnahmenbereich, der Assetklasse sowie der betrachteten Kennzahlengruppe abhängt“, resümiert Nika Zora Sachs. „Je besser die Effekte quantifizierbar und kommunizierbar sind, desto stärker zeigt sich ihr wirtschaftlicher Nutzen.“ Das erarbeitete Modell bietet Entscheidungsträgern zudem eine strukturierte Orientierung zur Bewertung der finanziellen Wirkzusammenhänge von ESG-Maßnahmen auf Immobilien.

„Der Wettbewerb ist eine tolle Möglichkeit, herausragende Master Abschlussarbeiten zu würdigen und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen“, so Prof. Dr. Dieter Schlesinger, Studiengangleiter im Master-Studiengang Real Estate Management und Betreuer der Masterarbeit. „Kandidaten die ich für den Wettbewerb empfehle, haben dabei nicht nur eine sehr gute Thesis zu einem gesellschaftlich relevanten Themenbereich mit erkenntnisreichen Ergebnissen verfasst, sondern bieten darüber hinaus noch ein gewisses Extra, wie z.B. im vorliegenden Fall eine brillante sowie fesselnde Ausarbeitung der Expertengespräche.“

Hintergrund:
Die International School of Management (ISM) ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule in gemeinnütziger Trägerschaft. Mit dem internationalen AACSB Siegel zählt die ISM zu den führenden Wirtschaftsfachhochschulen: Weltweit sind nur knapp sechs Prozent AACSB akkreditiert.

In Dortmund, Frankfurt/Main, München, Hamburg, Köln, Stuttgart und Berlin bildet die ISM in kompakten und anwendungsbezogenen Studiengängen Führungsnachwuchs für international orientierte Wirtschaftsunternehmen aus. Zum Studienangebot gehören Vollzeit-Programme, berufsbegleitende und duale Studiengänge sowie das digitale Fernstudium. In Hochschulrankings ist die ISM mit hoher Lehrqualität, Internationalität und Praxisbezug regelmäßig auf den vordersten Plätzen gelistet. Das internationale Netzwerk der ISM umfasst rund 190 Partnerhochschulen.